Wunsiedel und seine Ortsteile


Wunsiedel ist Kreisstadt mit den Ortsteilen Bernstein, Breitenbrunn, Göpfersgrün, Göringsreuth, Hauenreuth, Holenbrunn, Hildenbach, Juliushammer, Johanneszeche, Schönbrunn, Schönlind, Sinatengrün, Stemmasgrün, Valetsberg, Wintersberg und Wintersreuth.


Bernstein

Bernstein war ehemals ein bedeutsamer Ort mit ganz besonderen Rechten an der alten Heerstraße in das egerische Reichsland.
Zwischen 1221 und 1401 trat mit sieben verschiedenen Vertretern ein Geschlecht „de Pernstein" auf, dem vermutlich die planmäßige Rodung und Besiedlung des Gebietes übertragen war.
Ein Friedrich v. Bernstein gehörte auch zum engeren Gefolge der Landgrafen von Leuchtenberg.
Im 13. Jahrhundert schon mag das roman. Chorturmkirchlein gegründet worden sein. Es war dem Schutzpatron der Pilger und Reisenden Jakobus d. I. geweiht und wurde von Redwitz aus versorgt, bis das Patronat 1329 an das Zisterzienserkloster Waldsassen überging.
1476 wurde es zur Pfarrkirche erhoben. 1499 hatten die Sparnecker als kaiserlich freies Reichslehen einen befestigten Herrenhof in Bernstein, auf dem seit 1380 die Rorer zu Lehen saßen. Daneben gab es, wie in keinem anderen Ort, sechs „ehrbare" freie Leute, bei denen es im Landbuch heißt: „ist seyn selbst", und die offenbar zu einem besonderen Ross- und Waffendienst an der wichtigen Straße seit alters her verpflichtet waren. Diesen freien Männern gehörten z.T. mehrere andere Höfe zu, so dass 1698 das Dorf aus 29 Häusern bestand.

1787 gab es im Dorf Bernstein die Kirche, ein Pfarr- und ein Schulhaus, das sog. Schaurothische Gut als Reizensteinisches Lehen, bestehend aus einem Schlösslein und zwölf Untertanen, deren einer ein Schmied war, je drei Untertanen von Bürgermeister und Rat zu Wunsiedel und des Apothekers Dennichin zu Gefrees, den Hirt und 20 Tropfhäuser.
Mit der Errichtung der politischen Gemeinde haben sich diese verworrenen Verhältnisse der Lehensherrschaft gelöst.
Das Reizensteinische, ehem. Sparneckische Gut wurde 1856 von Amandus Winterling freieigen gekauft und als Mustergut geführt. Der gesamte Ort behielt in der Folgezeit seine landwirtschaftliche Prägung, die auch noch heute besteht, obwohl in den letzten Jahrzehnten am Westrand des Ortes und entlang der Staatsstraße nach Röslau eine Reihe neuer Wohnhäuser von Arbeitern, die in der Industrie der Nachbarorte beschäftigt sind, entstanden. Insgesamt ist der Ort nach wie vor rein landwirtschaftlich strukturiert.

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Hildenbach


Hildenbach gehörte mit dem Gericht nach Schönbrunn, und so darf man annehmen, dass es Hertenbergischer Besitz war und mit diesem 1344 in burggräfliches Eigentum überging.

Die erste Erwähnung Hildenbachs ist von 1484 bekannt. 1499 hatte es 13 Höfe und ein Gut, aber auch die Bemerkung im Landbuch, dass rund um das neu gebaute Dorf allerlei Wüstungen und Egerten, also zur Zeit unbebaute Felder, liegen.

1787 waren es zu Hildenbach ein ganzer und ein Dreiviertelhof, zehn halbe und ein Viertelhof, die Hildenmühl, acht Tropfhäuser und ein Hirthaus. Seit 1782 hatte die Herrschaft im Ort einen eigenen Zehentstadel.

1818 wurden die Dörfer Göringsreuth und Valetsberg in die Landgemeinde Hildenbach eingemeindet.
1945 gab es in Hildenbach noch 32 landwirtschaftliche Betriebe.
1965 verlor Hildenbach seine einklassige Volksschule und wurde dem Schulverband nach Wunsiedel eingegliedert. Kirchlich gehört es in die Pfarrei Schönbrunn. Da aber auch dieses jetzt ein Ortsteil von Wunsiedel ist, wird Hildenbach ebenfalls dorthin eingegliedert werden.

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Holenbrunn


1499 bildeten acht Höfe das Dorf, von denen drei je zwei Besitzer hatten.
Vor 1553 mag es einmal abgebrannt sein durch Feinde, die Wunsiedel bedrängten.

1698 zählte man in Holenbrunn immer noch die acht Höfe, die zusammen mit 16 Häusern bestanden waren. Jeder Hof hatte 18 Tagwerk Feld und 13 Fährtlein Heu. Im ganzen Ort gab es 1 Pferd, 40 Ochsen, 43 Kühe, 18 Rindlein, 37 Jährlinge und 56 Schafe.
In den nächsten hundert Jahren bis 1787 sind größere Veränderungen vorgenommen worden. Holenbrunn bestand aus einem ganzen, 13 halben, vier Viertel bezimmerten Höfen und einem Viertel unbezimmerten Hof, einem Tropfhaus, einem Hirthaus und der Schnacken- oder Bodnermühl. Mit 16 Stück Anspann, mit Botengehen, Hand- und Jagdfron, mit 9 Klafter Holz zu hauen und zwei Drittel davon zur Amtshauptmannschaft und ein Drittel zum Kastenamt Wunsiedel zu fahren, hatten die Holenbrunner zu fronen.

Die Amtsbaufron nach Hohenberg, die ursprünglich ebenfalls zu leisten war und in zwei Pflügen und vier Schnittern pro Hof bestand, war in eine Geldzahlung verwandelt worden. Immer wieder wurde Holenbrunn von fremden Truppen, welche die festen Orte, wie z. B. Wunsiedel belagerten, stark belästigt. Ablieferungsbefehle von 1809, die solches bezeugen, befinden sich noch im Gemeindearchiv. Zusammen mit Hauenreuth, Juliushammer, Wintersberg und Wintersreuth wurde in Holenbrunn im 19. Jahrhundert die politische Gemeinde errichtet.
Nach dem Bau der Fichtelgebirgsbahn 1875/77 entwickelte sich Holenbrunn von der Landwirtschaft weg zum Industrieort. So siedelte sich in der Nähe des Bahnhofs 1887 die Glasfabrik Lamperts an, 1890 wurden die Marmorkalkwerke eröffnet, auf das Jahr 1900 zurück gehen die Anfänge der Steatit-Magnesia AG, das Sägewerk Fraas, die Nordbayer. Mineralwerke Hof, 1962 die Färberei Heyder KG und 1964 eine Reifenvulkanisieranstalt.

Infolge des Wegzugs von Gastarbeitern und des Geburtenrückgangs ist die Bevölkerungszahl leicht rückläufig, die infolge der Industrialisierung von 130 auf 1170 im Verlauf der letzten hundert Jahre gestiegen war. Im Gemeindegebiet wurden rd. 15 km Gemeindestraßen ausgebaut, eine zentrale Wasserversorgung eingerichtet, der Ort kanalisiert und an die Wunsiedler Kläranlage angeschlossen.

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Stemmasgrün


1394 verkaufte Peter Nothaft von Thierstein an Hans Wann zu Wunsiedel zwei Höfe mitsamt der Hohen Gerichtsbarkeit in Stemmasgrün an der Straße Wunsiedel-Thierstein.
1499 gehörten drei Höfe zur St.-Michaels-Messe zu Wunsiedel. 1698 und 1787 waren die sechs halben Höfe burgegrisch Lehen.

Am 17. März 1804 brannte die gesamte Ortschaft ab und wurde im alten Besitzstand wieder aufgebaut. Aus jener Zeit stammt die Sonderform der Hakenhöfe, die man in Stemmasgrün vorfindet, wobei der Stall zum Haus quer gestellt ist.
1818 kam Stemmasgrün zur Gemeinde Bernstein, wohin es schon immer eingepfarrt war, und es in der Folge auch eingeschult wurde. Nach der Bernsteiner Pfarrbeschreibung von 1916 hatten sich durch das 19. Jahrhundert keine Veränderung ergeben.

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Wintersreuth und Juliushammer


Das 1499 aus zwei anderthalb und drei ganzen Höfen bestehende „Winnersreuth" gehörte in das Gericht Wunsiedel und gab seinen Getreidezehnt und die Weidkäse an Bürgermeister und Rat der Stadt Wunsiedel.
Der Ortsname wurde 1787 und 1824/27 noch in der alten Form geschrieben. Auf vier ganzen und vier halben Höfen und dem Hirthaus saßen 10 Mannschaften.

1836/37, als sie schon zur politischen Gemeinde Holenbrunn gehörten, lösten die Wintersreuther Bauern durch Erlegung des doppelten Betrags ihre Handlohnbarkeit von Wunsiedel und der dortigen Frühmessstiftung.
Den Hammer zu Wintersreuth besaß 1499 Caspar Plechschmidt. 1698 bestand er aus einer Mühle, zwei Häusern und zwei Höfen und hatte den Namen Juliushammer. 1787 wird ein Hof als Canzleilehen von Tiefenbach beim Juliushammer gebaut aufgeführt.
1807 war das Hammergut aufgeteilt in eine Hälfte, die Johann und Joh. Adam Hollering besaßen mit Wohnhaus, Feuerrecht, Nebengebäuden und Grundstücken, und eine zweite gleiche Hälfte in der Hand von Joh. Christian Krippner, dem außerdem die Mahlmühle mit Mahl-, Schlag-, Neu- und Schneidgängen zugehörte. 1818 meldete das Landgericht Wunsiedel, dass Juliushammer vom Patrimonial-gericht Oberredwitz getrennt und zu der Gemeinde Holenbrunn gezogen worden ist. Es ging damit in das Landgericht über.

In den letzten Jahren hat man das ansehnliche Barockgebäude des Juliushammer in eine moderne Pension umgebaut. 1875 hatte sich die Schreibung des Ortsnamens mit „Wintersreuth" durchgesetzt. Zur gleichen Zeit betraf der Bahnbau Marktredwitz-Wunsiedel die dortigen Bauern schwer, denn man durchschnitt die gesamte Gemeindeflur und legte den Bahndamm entlang des oberen Ortsrandes, so dass eine kleine Eisengitterbrücke charakteristisch für Wintersreuth wurde.

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Wintersberg


In Wintersberg waren es 1499 sechs Höfe, die nach Hohenberg fronten mit denen von Valetsberg, so oft man sie rief. Sie wurden vorrangig gerufen und waren von anderen Fronen befreit.

1787 waren kaum Veränderungen eingetreten. Zu den sechs Höfen, auf denen sechs Mannschaften saßen, war ein Hirthaus gekommen. Es war nur noch die Kriegsfron, sonst keine andere kastenamtliche Fron, zu leisten. Der Ort wurde in die politische Gemeinde Holenbrunn genommen.

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Sinatengrün


Der Ort ist seit 1362 als „Sinnatengrün" bekannt.
1404 hatten Bürgermeister und Rat zu Weißenstadt die drei Lehengüter und die Brunnmühl vom Pfleger zu der Weiden gekauft.

1499 gehörten vier Güter zur Frühmess zu Weißenstadt, drei den Rorern zu Höchstädt und Hans Küeschwerdt saß auf seinem Eigentum, vermutlich auf jenem Hof, wo heute bei Rogler eine Turmhügelanlage rekonstruierbar ist. Mit dem Hals-gericht gehörten die zu Sinatengrün nach Hohenberg.

1668 war ein Hof Kanzlei-Mannlehen, vier halbe Höfe waren der Stadt Wunsiedel und fünf Güter mit der Mühl nach Weißenstadt lehenbar. Von 1715 ist ein Kalkofen nahe der Mühle bekannt, zu dem ein Tropfhaus gebaut wurde, das zudem 1789 eine Zapfenschenkgerechtigkeit bewilligt erhielt. 1841 waren Kalksteinbruch und Kalkofen noch in Betrieb.
1818 war bei Errichtung der politischen Gemeinde die Situation für das Landgericht Wunsiedel nicht ganz klar. Man stufte Sinatengrün bei Bernstein als mediale Gemeinde zum Patrimonialgericht der Stadt Wunsiedel ein.
1819 stellte man fest, dass Sinatengrün 12 Hausnummern hatte, von denen nur 2 der Stadt Wunsiedel oder dem Patrimonialgerich Rauschensteig zugehören würden, so dass es nicht als mittelbar bezeichnet werden konnte. 1824 hatte man Sinatengrün zur Gemeinde Bernstein geschlagen.
Homepage Sinatengrün

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Hauenreuth


Über Hauenreuth sind uns nur aus dem Partikular von 1787 geschichtliche Angaben bekannt geworden.
Es gehörte mit allen Dienstbarkeiten zu dem hinter das Hospital der Stadt Wunsiedel gehörigen Rittergut Oberhöchstädt und bestand aus achteinviertel ganzen Höfen mit 15 Mannschaften, zwei Tropfhäusern und einem Hirthaus.

Im 19. Jahrhundert bei Auflösung aller Lehensverhältnisse wurde Hauenreuth der Gemeinde Holenbrunn zugeschlagen. So hat es sich auch kaum erweitert und die Bauernhäuser zeigen sich noch in ihrer spätbarocken Bauform mit Krüppelwalmdach.

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Breitenbrunn


1499 gehörten vier ganze und vier halbe Höfe und ein Gut mit Höflein mit dem niederen Gericht nach Schönbrunn und mit dem Halsgericht nach Wunsiedel.

1787 hatte sich Breitenbrunn auf 14 halbe Fronhöfe, eine Mühle, zwei Tropfhäuser und ein Hirtenhaus ausgeweitet.
1818 wurde Breitenbrunn zur politischen Gemeinde Schönbrunn gezogen. Es blieb überwiegend ein Bauerndorf, in dem sich im Rahmen der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts eine Spinnerei und Weberei ansiedelte. Die einklassige Dorfschule wurde 1963 aufgelöst und nach Wunsiedel gezogen.
Entlang des Breitenbrunner Weges ist ein Neubaugebiet entstanden. Mit der Gemeinde Schönbrunn wurde Breitenbrunn zum 1. Januar 1975 Teil der Stadt Wunsiedel.

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Göpfersgrün mit Johanneszeche


Bereits im hohen Mittelalter mag hier der Ministeriale Gottfried von Wetterfeld die Rodung geleitet haben, denn 1135 als "Gotefriedesrewt" und 1182 als „Gotefriedesgrune" kann dieser Ort den ältesten urkundlichen Nachweis im Fichtelgebirgsraum vorweisen.

Länger als ein halbes Jahrtausend hielt sich die Altform dieser Siedlung an der Straße Thiersheim-Wunsiedel, durch die man aber auch 1672 noch den Weg mit der Kutsche von Hof nach Redwitz genommen hat. So sind 1567 vier Besitzer von vier Burggütern genannt, die weder Zins, noch Steuer oder Zehenden zu geben brauchten, der gnädigen Herrschaft jedoch, so oft sie gefordert wurden, mit einem reisigen Pferd, das Burgpferd genannt, dienten wie andere Burggüter im Sechs-ämterland.

1698 hatten die Burggutbesitzer bis zu sieben eigene Hintersassen. Während sie ab 1693 besteuert und von der Stellung des Wagenpferdes befreit wurden, mussten sie 1787 wieder je ein reisiges Pferd samt Montierung bereit halten. Noch 1870 wurde Christian Friedrich Eugen Leers als Besitzer des freien Gutes Göpfers-grün genannt, der damals schon Versuche mit künstlichem Dünger machte und seine Ställe mit fließenem Wasser versehen hatte.
1880 wurde Göpfersgrün aus dem Pfarrsprengel Redwitz in den Pfarrsprengel Bernstein eingepfarrt. Zur politischen Gemeinde gehörte es seit 1818. Die eigene Dorfschule, die Göpfersgrün ein Jahrhundert lang hatte, wurde im Rahmen der Landschulreform 1968 aufgelöst und dem Schulverband Holenbrunn-Bernstein eingegliedert. Dem Ortsgebiet angegliedert und an der Kreisstraße nach Thiersheim befinden sich die bergbaulichen Anlagen mit Aufbereitungswerk und entsprechender Zahl von Arbeiterwohnungen, aber auch mit eigenem Haltepunkt der Nebenbahnstrecke Holenbrunn-Selb, Johanneszeche.
1734 baute man in der Zeche „St. Johannes in der Wüste" bei Göpfersgrün gelegentlich Eisenerz ab. Den Namen dieser bald eingegangenen Zeche übernahm 1901 die Steatitgewinnung am nämlichen Ort. Im Großabbau über und unter Tage wird eine kristalline Form von Talk, die im Volksmund den Namen Speckstein trägt, aus einem für Deutschland einmaligen Vorkommen gewonnen.

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Göringsreuth


1499 wurde der Ort „Gernigsreuth" genannt und bestand aus drei Höfen, die zum Gerichtsbezirk Schönbrunn gehörten.

1787 wurde es gar als Weiler bezeichnet, der aber drei ganze und sechs halbe Höfe umfasste, die zwar zwischen 1642 und 1659 Kriegsfron leisten mussten, deren Kastenfron jedoch nur darin bestand, dass sie den Wunsiedler Kasten-knechten jährlich dreieinhalb Tage ackern und ebenso lange schneiden mussten, dass sie drei Getreide- oder Heufuhren verrichteten und 12 Klafter Holz vom Hohen Wald oder dem Zeitelmoos heimfuhren.
Als im ehem. Richteramt Schönbrunn gelegen, wurde Göringsreuth zur Gemeinde Hildenbach geschlagen und blieb ein Bauerndorf bis heute, das durch geteerte Straßen jetzt an Wunsiedel, an die Röslauer Straße und an Hildenbach gut angebunden ist.

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Schönbrunn und Furthammer


Schönbrunn war während des hochmittelalterlichen Landesausbaues Mittelpunkt einer Rodungsherrschaft.

1295 zeugt ein Rüdiger von Schönbrunn bei einem Vergleich zwischen dem Land-grafen von Leuchtenberg und dem Kloster Waldsassen.
Um 1300 war Schönbrunn im Besitz derer von Hertenberg, von denen sich Taut wiederum „von Schönbrunn" nannte und kaiserlicher Landrichter in Eger war.
Er übergab 1314 den Markt Redwitz und das Schloss Schönbrunn mit allen Zugehörungen dem Kloster Waldsassen.

In einem Streit zwischen den Hertenbergern und den zollerischen Burggrafen wurde die Burg zu Schönbrunn zerstört. Die heutige Kirche jedoch dürfte als roman. Chorturmkapelle zur Burg ganz oder in Teilen überlebt haben.

1344 wurde Heinrich von Hertenberg Erblehensträger der Zollern unter der Auflage, die Burg wieder aufzubauen.
Die Hertenberger kamen dem nicht nach, ließen das Lehen 1384 zum Amt Wunsiedel schlagen und verließen 1412 Schönbrunn ganz.

1499 war Schönbrunn ein Dorf, das jedoch Richter, Rat und Gerichtsschöffen hatte. Es bestand aus 17 ganzen, 10 halben Höfen, acht Herbergen und einer Mühl.
1787 heisst es, dass Schönbrunn weitläufig in drei Reihen angelegt sei und 44 Häuser, darunter zwei Wirtshäuser und ein Schulhaus sei, enthalte.
Es waren dies ein ganzer und 30 halbe Höfe, fünf Söldengüter, die Stollenmühle und der Krohenhammer, 10 Tropfhäuser, das Hirthaus und das ungangbare und unbezimmerte Hammergut, der Schleifhammer.
Seit 1761 hatte die Gastwirtschaft zum „Weißen Ross" die Braugerechtigkeit. Die Einwohner Schönbrunns mussten Frongeld zum Hohenberger Schlossbau be-zahlen und die Wiese zu Neudorf (Gem. Reicholdsgrün) abmähen und das Heu nach Hohenberg fahren. Die Söldengütlein waren verpflichtet, die herrschaftlichen Hunde zu führen.

In der Spätzeit des 18. Jahrhunderts ließ dörflicher Gemeinschaftssinn die be-merkenswerte Rundanlage des Dorfbrunnens mit den Milchgruben entstehen, die heute noch ein Kennzeichen Schönbrunns ist.
1818 wurde Schönbrunn eigene Gemeinde zusammen mit den Orten Breitenbrunn, Furthammer und Krohenhammer. Es zählte damals 88 Gemeindeglieder.

Krohenhammer wollte sich 1869 von Schönbrunn lösen mit der Begründung, es läge näher an der Stadt Wunsiedel, wohin es schulisch und kirchlich sowieso gehöre. Außerdem kämen 50 bis 60 Fabrikarbeiter ausnahmslos aus Wunsiedel. Der Verlust von 12 Seelen würde die Gemeinde Schönbrunn, die damals 805 Seelen umfasste, nicht schmälern. Der Antrag wurde abgelehnt.

Zum 1. Januar 1975 kam die Gesamtgemeinde Schönbrunn nach Wunsiedel, nachdem die dortige Schule schon 1970 in den Schulverband eingegliedert worden war.


Furthammer bestand 1787 aus einem ungangbaren Hammergut in zwei Teilen, einem herrschaftlichen Wohnhaus für den Wildmeister und sechs Tropfhäusern, wovon einem eine Ziegelhütte angebaut war. In den Tropfhäusern mögen Bergleute gewohnt haben, denn schon seit dem 15. Jahrhundert hatte man hier nach Zinnerz geschürft und Apotheker Schmidt aus Wunsiedel hat zum Ende des vergangenen Jahrhunderts in Furthammer noch Spuren des Zinnbergbaues finden können.
Seit 1818 gehört Furthammer zur Gemeinde Schönbrunn und somit heute zur Stadt Wunsiedel.
Homepage Schönbrunn

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Schönlind


In der Flur Schönlinds findet sich ein Burgstall aus dem 12. Jahrhundert, der damals aber bald wieder aufgegeben worden war.
1499 bestand der Ort aus zwei ganzen und zwei halben Höfen, die zum Gericht Wunsiedel gehörten.
1787 hatten sich die vier Fronhöfe nur um ein Hirthaus vermehrt.

1818 wurde Schönlind in die Gemeinde Bernstein genommen. Der Ort hat seitdem keine Veränderung mehr erfahren. Er ist von der Staatsstraße Röslau-Bernstein aus auf geteertem Ortsverbindungsweg gut zu erreichen.
Die Landwirte bedienen sich neuzeitlicher Bewirtschaftungsmethoden und konnten so einesteils ihre Höfe entsprechend heutiger Landwirtschaftstechnik ausbauen und gleichzeitig das bisherige spätbarocke Ortsbild erhalten und pflegen.

Wegen der ruhigen und landschaftlich günstigen Lage ist der Fremdenverkehr mit dem Programm „Urlaub auf dem Bauernhof" in Schönlind eingezogen. Die Neugestaltung des ehem. Tropf- oder Hirthauses zeigt, wie man landschaftsgebundene Altbauten neuzeitlichen Wohnungsansprüchen gerecht machen kann.

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Valetsberg


Valetsberg wurde in den vergangenen Jahrhunderten immer „Volatsberg" geschrieben.

1499 bestand es nur aus zwei Höfen und einem Gütlein. Sie hatten mit denen von Wintersreuth zusammen zum Schloss in Hohenberg zu fronen, so oft man das haben wollte. Mit Halsgericht und Steuer gehörten sie in das Amt Wunsiedel.

1787 waren es in Valetsberg ein ganzer Hof, vier halbe Höfe und das Hirthaus. 1818 nahm den Ort zur Gemeinde Hildenbach im Landgericht Wunsiedel. Er ist dort verblieben, obwohl die Straßenverbindung mittels der Bibersbacher Straße nach Wunsiedel führt. Der Ort selbst hat sich nicht mehr verändert, soweit man von einer Anpassung an zeitgemäße Wirtschaftsformen der Landwirtschaft absieht.

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