24.02.2018
10:00 Uhr

Ausstellung zum Fotoprojekt "Herzland" von Jochen Scherzinger und Tobias Ackermann


Die Zeiten, in denen "Heimat" für Tracht, Volksmusik und Heimatfilm stand, sind vorbei. Was noch vor zwanzig Jahren als provinziell abgetan wurde, ist heute in: Man bekennt sich wieder zur Region, dem Landstrich, in dem man geboren wurde. Menschen in allen Teilen Deutschlands ringen mit dem Begriff Heimat, deuten ihn um und interpretieren ihn neu.

Tracht und Traditionelles revolutionieren - das hat sich auch Künstler und Modemacher Jochen Scherzinger aus dem Hübschental im Schwarzwald auf die Fahnen geschrieben. Für ihn ist der Schwarzwald weit mehr als ein verstaubtes Image rund um Bollenhut, Schwarzwälder Kirschtorte und Kuckucksuhren. In seinem Fotoprojekt "Herzland" inszeniert er zusammen mit dem Fotografen Tobias Raphael Ackermann Brauchtum und altes Handwerk des Schwarzwalds im Look des 21. Jahrhunderts. Dafür setzen sie althergebrachte Handwerksberufe wie Uhrmacherei, Köhlerei und Flößerei oder auch Brauchtum wie "Die fünfte Jahreszeit" FASNACHT gekonnt in Sezene. Es handelt sich allerdings nicht um fotografien in gewohnter Weise. Die Motive sind verfremdet, ohne verklärende Idylle, dafür aber voller überschaschender Ansichten. Jochen Scherzinger setzt in der Ausstellung auf gezielte Kontraste. Models mit Piercings und Tattoos stehen dabei völlig selbstverständlich im stilvollen Einklang mit Jahrhunderte alter Handwerkskunst. Die Faszination der bewusst in schwarz-weiß gehaltenen Aufnahmen erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Die zwei "Herzbuben" und "Freigeister" Scherzinger und Ackermann lassen den Mythos Schwarzwald in ihren Porträts neu, überraschend und begeisternd wieder aufleben. Die Bildwelt der beiden aus 12 Motiven erzählt von harter Arbeit. Von Willenskraft. Von dem Mut, Risiken einzugehen. Und allen voran von der Liebe zur Heimat.


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