Das Wunsiedler Brunnenfest erleben


Wunsiedel ist auch die "Stadt der Brunnen". Am Wochenende vor Johanni (24. Juni) werden über 30 Brunnen nach einem alten Brauch von Bürgern der Stadt in liebevoller Kleinarbeit festlich mit Blumen herausgeputzt.
Sänger und Musikanten ziehen bei Einbruch der Dunkelheit von Brunnen zu Brunnen und bringen ein Ständchen dar.

Kleine Geschichte der Wunsiedler Brunnen

Die Geschichte und der Ursprung des Wunsiedler Brunnenfestes ist hinlänglich bekannt. Doch über Alter, Nutzung, Zweck und ursprünglichen Standort der einzelnen Brunnen ist wenig bekannt.

Als die Burg Wunsiedel erbaut wurde, grub man einen Zisternenbrunnen zur Versorgung der Burgbewohner mit Wasser. Über diesen Brunnen baute man die "Veste", einen großen viereckigen Turm. Im Jahre 1326 wurde unterhalb der Burg eine Stadt gegründet, die sich aufgrund des Bergbaues rasch vergrößerte. Es gab im Gebiet dieser neuen Stadt zwar einige Quellen, aber sie reichten nicht aus für die Bedürfnisse der Menschen und des Viehs. Deswegen hat man schon bald an dem wasserreichen Berghang im Nordwesten bzw. Norden der Stadt mehrere starke Quellen in Brunnenstuben zusammengefasst und das Wasser von dort aus in hölzernen Röhren in die Stadt geleitet. An der Stadtmauer hinter den Häusern der heutigen Sigmund-Wann-Straße war ein Verteiler, von dem aus das Wasser in die einzelnen Stadtteile geleitet wurde. In den wichtigsten Gassen der Stadt standen "Röhrkästen", lange Zeit aus Holz, später aus Stein. Von diesen Röhrkästen holten sich die Bürgersfrauen jeden Morgen und Abend mit auf den Rücken zu tragenden Butten das Wasser und gossen es daheim in große Wasserkufen. Bei den meisten Röhrbrunnen waren Fisch- und Milchkästen ein- oder angebaut.

Die hölzernen Röhren mussten häufig erneuert werden. Es gab einen eigenen Röhrmeister, der die Verantwortung dafür hatte, dass die Brunnen immer Wasser gaben.

Wann die erste hölzerne Wasserleitung gelegt wurde, ist nicht bekannt; es muss zwischen 1326 und 1418 gewesen sein. Aus dem Jahre 1418 stammt die älteste Stadtrechnung. In dieser Rechnung werden bereits Reparaturen an den Röhrkästen und ein Röhrmeister genannt.

Im Jahre 1515 wurde auch in das markgräfliche Schloss, die frühere Burg, Wasser aus der städtischen Röhrleitung geführt und im Hof des Schlosses ein Röhrkasten aufgestellt.

Nachdem ca. 1530 die sogenannte Neustadt, südlich der Linie Koppetentor–Gabelmannsplatz, in den Stadtmauerring mit einbezogen worden war, wurde 1544 eine zweite Röhrwasserleitung vom Losburggebiet her in die Stadt gelegt.

Als im Jahre 1899 die Hochdruckwasserleitung gebaut wurde, sollten - wie in anderen Städten auch - die Röhrkästen entfernt und die Röhrwasserleitung aufgegeben werden. Da aber ein großer Teil der Bürgerschaft sich heftig gegen die Errichtung einer Hochdruckwasserleitung wehrte, schloss der Stadtmagistrat einen Kompromiss: neben der neuen Hochdruckwasserleitung beließ man auch weiterhin die Röhrwasserleitung.

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