13.11.2020
08:00 Uhr

Ausstellung: "Im Kleinen ganz groß! - Miniaturmöbel aus drei Jahrhunderten" (bis 5. April 2021)


Mini-Möbel mit feinsten Details wie Intarsien und Malerein zeigt das Fichtelgebirgsmuseum in seiner neuen Ausstellung. Die ist einstweilen nur im Netz zu bewundern.

Die beiden Stühle wirken, als könne man sich im nächsten Augenblick zu einer Tasse Kaffee oder einem Schwätzchen beim Wein darauf niederlassen. In Wirklichkeit geht das leider nicht, denn die fein gearbeiteten Sitzmöbel aus Holz sind jeder maximal nur etwa 15 Zentimeter hoch.

Sie und viele andere faszinierende Kunstwerke en miniature zeigt das Fichtelgebirsmuseum Wunsiedel in seiner neuen Ausstellung "Im Kleinen ganz groß! - Miniaturmöbel aus drei Jahrhunderten". Die Exponate stammen zum Teil aus dem eigenen Bestand des Museums, aber vor allem von privaten Leihgebern und von Museen aus Nürnberg, Bamberg oder auch Weiden. Bewundert werden können die vielen feinen Arbeiten bis auf Weiteres aber nur auf der Facebook-Seite des Museums und bald auch im Youtube-Kanal, da das Haus selbst, wie alle anderen Museen, voraussichtlich bis Ende des Monats geschlossen ist.

Die gleichen Mini-Maße wie bei den Stühlen findet der Betrachter auch bei den vielen anderen Exponaten - eines beeindruckender als das andere. "Die Menschen begeistern sich immer für das Kleine", erklärt Christina Heydenreich, die unter Leitung von Museumsleiterin Dr. Sabine Zehentmeier-Lang an der Ausstellung mitgearbeitet hat. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin erläutert weiter: "Gebaut wurden diese Stücke aus unterschiedlichen Gründen." Die Miniaturausgaben seien etwa als Modelle entstanden, also als Anschauungsobjekte für die einstigen Auftraggeber der eigentlichen Möbel. Die Ausstellung zeigt aber auch Kindermöbel - von groben und fein ausgearbeiteten Kleiderschränken für die Puppenstuben vergangener Jahrhunderte bis hin zum rosafarbenen Platikstuhl von Ikea. Unter den Exponaten sind vor allem aber kleine Truhen und Kabinettschränke, für verschiedenste Zwecke genutzt wurden: Man platzierte sie einst auf Tischen und bewahrte - unter anderem in Geheimfächern -wichtige Dinge auf. Es gab sogar Schoßtiermöbel wie beispielsweise Hundesofas.

Was den Betrachter besonders fasziniert, ist die Sorgfalt und Detailverliebtheit, mit denen die Tischler vergangener Zeiten auch bei diesen Stücken im Kleinformat gearbeitet haben. Da sind Exponate - im Übrigen natürlich allesamt Einzelstücke - nicht einfach nur aus Brettern zusammengezimmer. Nein, die Hersteller verwendeten wertvolle Hölzer wie Mahagoni oder Nussbaum, und sie verzierten ihre kleinen Kunstwerke aufwendig mit eindrucksvollen Intarsien, kunstvoller Malerei oder verwendeten zusätzlich Materialien wie etwa Stroh. Im Fichtelgebirgsraum gab es darüber hinaus auch Puppenmöbel aus Glasperlen; mit Beispielen darfür hat das Fichtelgebirsmuseum die Ausstellung aus eigenen Beständen bestückt.

In einem Video können die Besucher der Schau außerdem verfolgen, wie solch kleine Möbel entstehen; der Film soll demnächst auch auf Youtube gezeigt werden. Etwas ganz Besonderes erwartet die Ausstellungsbesucher allerdings nur vor Ort im Museum - wenn Corona es denn wieder zulässt: ein Kleinstmöbelautomat. Wer dort einen Euro einwirft, kann sich ein Mini-Möbel für die eigene Puppenstube "ziehen". So einen Automaten hatten wir schon bei der "Teddy-Ausstellung", berichtet Christina Heydenreich. "Der war der große Renner".


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