18.12.2020
17:18 Uhr

„Wunhenge“ entsteht auf dem Wunsiedler Katharinenberg


 Wunsiedel – Auf dem Wunsiedler Katharinenberg soll ein weltweit einzigartiges Tourismusprojekt entstehen: „Wunhenge“ als originalgetreuer und maßstabsgerechter 1:1-Nachbau des britischen Stonehenge. Der Stadtrat gab in seiner Sitzung am Donnerstag mit breiter Mehrheit und über die Fraktionsgrenzen hinweg grünes Licht für das Vorhaben des Unternehmens KaGo & Hammerschmidt GmbH aus Wunsiedel.

„Wir müssen uns in Wunsiedel touristisch stärker aufstellen“, so Bürgermeister Nicolas Lahovnik. „Mit unserem Felsenlabyrinth, unseren Luisenburg-Festspielen, den Fichtelgebirgsmuseen, unserer wunderbaren Natur und gastronomischer Vielfalt haben wir schon heute sehr viel zu bieten. Wenn wir in Wunsiedel wieder ein größeres Hotel haben wollen, fehlt uns aber nach einhelliger Expertenmeinung eine ganzjährige Attraktion, die geeignet ist, als Frequenzbringer größere Übernachtungszahlen zu generieren. Wunhenge ist ein solcher Frequenzbringer, das heißt, alle unsere weiteren touristischen Einrichtungen und unsere Gastronomie werden davon profitieren. Dass wir in Wunsiedel ein weltweit führendes Unternehmen haben, dass sich mit diesem Projekt auch für die Heimat stark machen will, freut mich sehr.“

Bürgermeister Nicolas Lahovnik und Tourismus-Referentin Manuela Menkhoff haben das Projekt in den vergangenen Monaten gemeinsam mit Kai Hammerschmidt von der KaGo & Hammerschmidt GmbH angeschoben. Das Unternehmen will den bis zu sechseinhalb Meter hohen Steinkreis mit einem Durchmesser von 35 Metern originalgetreu nach dem englischen Vorbild nachbauen. Die Firma ist spezialisiert auf die täuschend echte Nachbildung von Landschaften und Gebäuden verschiedenster Bauart und Materialien. Weltweit baut das Unternehmen naturgetreu Landschaften für Zoos und Nachbauten historischer Gebäude für Freizeitparks.

„In Granit wäre ein Steinkreis mit diesen Dimensionen nicht wirtschaftlich darstellbar“, so Kai Hammerschmidt. „Deshalb setzen wir auf Beton – das ist letztlich auch nur zermahlener Naturstein, der mit Wasser wieder verbunden wird. Weder optisch noch haptisch wird man nach dem Finishing einen Unterschied zum Original feststellen können.“

In den vergangenen Monaten hatten sich Bürgermeister Lahovnik und Tourismus-Referentin Menkhoff gemeinsam intensiv mit der bereits vor Jahren angedachten Errichtung eines originalgetreuen Nachbaus des britischen Stonehenge beschäftigt. Jene Ideen waren jedoch seinerzeit gescheitert, insbesondere aufgrund der u.a. durch Eigentumsverhältnisse, Erschließungssituation und jagdliche Nutzung wenig geeigneten damals ursprünglich geplanten Verortung des Projekts auf der gegenüberliegenden Seite der Straße nach Bad Alexandersbad.

„Wir waren uns aber auch schnell einig, dass es einer zusätzlichen erfolgreichen Tourismusdestination in Wunsiedel bedarf, um in der Folge die Stadt auch für einen Hotelinvestor wieder attraktiv zu machen“, so Manuela Menkhoff.

Einig war man sich auch schnell bei der Idee, dass der Tourismusmagnet Wunhenge auf dem Collis-Clamat-Gelände auf dem Wunsiedler Katharinenberg entstehen soll. So will man auf dem Gelände des Festivals unterjährig gestalterisches und Nutzungspotenzial heben und zugleich das Festival als Anziehungsmagnet und besonders wichtiges Event in Wunsiedel durch eine weitere Attraktion stärken. Und das, ohne für das Projekt ganz neue Flächen mitten „auf der grünen Wiese“ erschließen zu müssen. Zugleich ist die Fläche durch die unmittelbare Nähe zur B303 für den überörtlichen Verkehr hervorragend erschlossen. Kai Hammerschmidt ist es besonders wichtig, den Verein Die Hundlinge e.V. eng in die Gesamtplanung mit einzubeziehen, der auf dem Gelände jährlich das Festival „Collis Clamat“ abhält. In einem bereits erfolgten Gespräch mit dessen Vorstand zeigte sich dieser sehr aufgeschlossen gegenüber dem Projekt und sagte eine enge Zusammenarbeit zu.

Auch Landrat Peter Berek machte sich von Anfang an für die Idee stark: „Ich stehe voll hinter dem Projekt, gemeinsam stärken wir damit nicht nur Wunsiedel, sondern den gesamten Landkreis als Tourismusstandort.“

Die Wirtschaftsförderung des Landkreises sieht durch das Projekt in der Folge gute Chancen für die Ansiedlung eines Hotelbetriebs in Wunsiedel, dies auch vor dem Hintergrund, dass aus früheren Projektstudien ein Besucheraufkommen von mehr als 100.000 Besuchern p.a. prognostiziert wurde – in einer Zeit, in der Tourismus im Inland noch eine deutlich kleinere Rolle gespielt hat. Die grundsätzliche naturschutz- und baurechtliche Machbarkeit ist laut Landratsamt ebenfalls gegeben.

Auch die Leitung der Luisenburg-Festspiele begrüßt das Vorhaben ausdrücklich. „Wunhenge kann ein Tourismus-Magnet werden, der auch die Festspiele stärkt“, ist sich die Künstlerische Leiterin Birgit Simmler sicher. „Ich sehe das Projekt auch als möglichen Kooperationspartner für gemeinschaftliche Veranstaltungsprogramme sowie als wichtige Chance, in der Folge einen – auch für die Festspiele dringend benötigten – Hotelbetrieb nach Wunsiedel zu locken.“

Wichtig ist allen Initiatoren auch die räumlich wie sachlich enge Kooperation mit dem Steinzentrum Wunsiedel (EFBZ und Staatliche Fachschule für Steintechnik und Gestaltung). Gespräche mit der Leiterin des Europäischen Fortbildungszentrums, Carolin Pfeuffer, sowie dem Leiter der staatlichen Fachschule, Standort Wunsiedel, Jürgen Wunderlich, haben bereits stattgefunden, eine enge ideelle Kooperation wird angestrebt. Bspw. eine Darstellung der Steinbearbeitung der letzten 4000 Jahre in Europa und im Fichtelgebirge sowie eine starke Präsentation des Steinfachs sind vorgesehen. In diesem Zusammenhang wird auch eine räumlich wie inhaltliche Kooperation mit weiteren Einrichtungen wie etwa dem Lernort Natur oder dem Fichtelgebirgsmuseum angestrebt.

Als Vorhaben öffentlichen Interesses soll das Projekt mit seinem in alle Richtungen kooperativen Ansatz jetzt vorangetrieben werden.

 

 


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