19.01.2018
10:34 Uhr

Zur Berichterstattung in der Frankenpost vom 17.01.2018 mit dem Titel „BN sieht Erholungsregion in Gefahr“


 

Die Berichterstattung in der Frankenpost vom 17.01.2018 mit dem Titel „BN sieht Erholungsregion in Gefahr“  und den dazu vom BN vorgetragenen 10 Thesen veranlasst uns zu folgendem Statement:

 

1.       These 1 - keine Ansiedlungen nötig
Ja, die Wirtschaft boomt in ganz Deutschland und auch im Landkreis Wunsiedel kommt sie voran. Das bedeutet aber nicht, dass die Situation schon so wäre wie sie sein soll. Jetzt müssen die Weichen gestellt und Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Unternehmen in der Region zu halten und Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen sowie Raum für neue Ansiedlungen zu generieren. Keine Hochkonjunktur hält ewig und deshalb ist es wichtig in diesen Zeiten für die Zukunft zu investieren, um das Erreichte zu festigen. Alles andere wäre fahrlässig, bequem und unverantwortlich gegenüber unseren Bürgerinnen und Bürgern. Immerhin ist es aktuell so, dass der Landkreis Wunsiedel mit einer Arbeitslosenquote von 4,3 % in Bayern der Landkreis mit der höchsten Arbeitslosenquote ist. 

2.       These 2 - „Neues Sokolov“
Schlimm ist, dass mit Spekulationen, Halbwahrheiten und Konjunktiven ein bewusst falsches Bild erzeugt wird. Das ist ganz schlicht und einfach Panikmache und Verunsicherung der Bevölkerung.
Und noch einmal: 94 ha ist die Größe des Untersuchungsgebietes - der geplante Gewerbepark wird voraussichtlich 50 – 60 ha Gewerbe- und Industrieflächen umfassen. Warten wir doch die Machbarkeitsstudie ab. Außerdem ist bereits jetzt klar, dass der Investor der Papierfabrik auf Greentec setzt und deshalb modernste Produktionstechnik erstellen will.   


3.       These 3 -  „Umweltbelastung“
Es ist ungeheuerlich und absolut unlauter, wie der BN von der geplanten Ansiedlung einer Papierfabrik auf eine Müllverbrennungsanlage schließt. Die Spekulation, dass hier auch Altreifen, Sperrmüll und Klärschlamm verbrannt würden ist absolut falsch. Wenn überhaupt, dann ginge es um die Verbrennung der Papierreststoffe, die nicht zu neuem Papier recycelt werden können; aber nicht einmal das ist klar, denn der Investor berechnet aktuell ob er diese Stoffe aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvollerweise abfahren lässt.

Tatsache ist vielmehr, dass durch die von uns absolut favorisierte ökologische Ausrichtung dieses Gewerbeparks kein einziger Urlauber abgehalten würde zu uns zu kommen; ganz abgesehen davon, dass für Urlaubsgäste primär die Qualität des Urlaubsquartiers und der Vermieter vorrangig ist für die Entscheidung, wo sie in einer Region ihr Quartier nehmen.

 

4.       These 4 - Zerstörung der Naturparklandschaft
Es ist uns klar, dass mit dem geplanten Gewerbepark ein Eingriff in die Natur einhergeht; dazu stehen wir auch.  

Wie Bürgermeister Karl-Willi Beck beim Neujahrsempfang der Festspielstadt Wunsiedel bereits angedeutet hat, gehen die Bestrebungen ganz klar dahin, einen ökologisch ausgerichteten  Gewerbepark zu schaffen. Gerade das bedeutet aber,  dass eben nicht alles einfach wild zugeteert und zubetoniert sondern mit Befestigungen sehr restriktiv umgegangen wird.
Wir sehen somit eine reelle Chance Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen. Unterstützer und Berater (so z.B. die Fa. SIEMENS) haben sich bereits bei uns gemeldet. Insofern stehen auch bereits konkrete Angebote, gemeinsam mit allen Kräften, etwas Zukunftsweisendes auf den Weg zu bringen.
Verkehrsmäßig ist die Lage am Plärrer geradezu ideal, denn sowohl  die Belieferungen als auch die Abtransporte aller Firmen im Park werden wohl zu über 90 % direkt über die A 93 laufen, ohne das eine Ortschaft berührt wird; insofern sind auch von diesem Gewerbepark möglicherweise ausgelöste Ortsumgehungen kein Thema.

5.       Komplizierte geologische Verhältnisse
Hier können wir nur auf die Machbarkeitsstudie verweisen. Alles andere wäre „stochern im Nebel“. Ein Bodenaustausch in dem angesprochenen Umfang ist absolut unrealistisch.

6.       Wasserhaushalt
Wir handeln verantwortungsbewusst und vorausschauend. Das heißt wir haben selbstverständlich genau geprüft, inwieweit es möglich ist den im Raum stehenden Brauchwasserbedarf von rd. 1 Mio. Kubikmeter zu gewinnen. Das wird jedenfalls ohne Grundwasserentzug möglich sein.
Woher weiß der BN schon jetzt, dass es Überschwemmungen geben wird? Warten wir die Planungen ab. Denn es ist doch ganz klar, dass bei der von uns gewollten ökologischen Ausrichtung des Parks, genau diese Punkte eine wichtige Rolle spielen und somit auch in der Machbarkeitsstudie genau zu beleuchten sind.  

Neben der Machbarkeitsstudie wird durch die frühzeitige Einbindung der öffentlichen Fach- und Aufsichtsbehörden gewährleistet, dass gerade auf die Themen der Hydrogeologie, des Wasserhaushalts, der Niederschlagswasserableitung- und rückhaltung, der Bodenversiegelung, des Natur-, Landschafts- und Umweltschutzes, ein besonders fachlich qualifiziertes und vor allem unabhängiges Augenmerk staatlicher Stellen gelenkt wird.

7.       Landwirtschaftliche Existenzen
Im Gegensatz zum BN war und ist der BBV als Vertreter der Landwirte gesprächsbereit.  

Im Übrigen – größere Gewerbeflächen wurden und werden auch andernorts geschaffen.
Wir sind mit Grundstückseignern und Landwirten im Dialog, denn nur so werden sich Lösungen finden.

8.       Biotope, Natur- und Artenschutz
Auch hier verweisen wir auf die Machbarkeitsstudie und unser Bestreben so weit wie möglich auf die Belange der Ökologie einzugehen. Dafür wird es Kompromisse brauchen; aber es ist bereits jetzt klar, dass die kartierten Feuchtflächen in hohem Maße überhaupt nicht angetastet werden. Wären die Vertreter des BN auf unser Gesprächsangebot noch vor Weihnachten eingegangen, wüssten sie das.

9.       Kosten
Es kann nicht sein, dass Konsolidierung und nicht genehmigte Haushalte bedeuten, dass wir hier ausbluten und aussterben müssen.
Es ist unverantwortlich, wie hier der BN wieder mit Zahlen ohne fundiertes Wissen spekuliert. Richtig ist, dass selbstverständlich die Kosten genau fachlich fundiert abgeschätzt werden und das Projekt nur mit gesicherter Finanzierung überhaupt 
gestartet werden kann.

10.    Gewerbeansiedlungen mit Maß und Ziel
Genau das tun wir, wir planen ganz bewusst einen Gewerbepark mit Maß und Ziel.
Die voraussichtliche Größe von ca. 50 - 60 ha, ist das was wir brauchen, um Ansiedlungsflächen für einheimische und auswärtige Unternehmen zu schaffen.
Das funktioniert eben nicht auf den viel gepriesenen vorhanden kleineren Gewerbeflächen. Und erfahrungsgemäß zieht eine solche Ansiedlung wie die geplante Papierfabrik weitere nach sich.
So liegen uns bereits ernsthafte Anfragen von mehreren Unternehmen vor, die sich auf den neuen Gewerbeflächen niederlassen  
wollen. Das ist die Realität.
Dazu kommt, dass wir sowohl in Wunsiedel als in Thiersheim durch Konversion von ehemaligen Fabrikanlagen etc. wertvolle neue Gewerbeflächen geschaffen haben und somit in der Vergangenheit bereits erhebliche Flächen eingespart haben.
Und: unmittelbar südlich des geplanten Gewerbeparks wurde durch die Stilllegung der Johanneszeche der Natur in den vergangenen 10 Jahren eine Fläche von rd. 15 ha zurückgegeben. Das gehört auch zur Wahrheit über Flächenverbrauch.

Zum Abschluss möchten wir hier ganz klar zum Ausdruck bringen, dass wir entsetzt sind, wie der BN agiert. Der ganze Bericht ist übersät von Unwahrheiten, Vermutungen, Spekulationen  und Unterstellungen.

Bleibt die Frage, warum kommt vom BN jetzt, kurz vor Fertigstellung der Machbarkeitsstudie, diese Pressemitteilung; was will der BN damit bezwecken? Will er das verantwortungsvolle und von vielen getragene politische Handeln in unserer Region bewusst untergraben?

Zu behaupten, dass die Machbarkeitsstudie manipuliert oder gar mit Geld gekauft würde ist ungeheuerlich. Dem widersprechen wir vehement!
Es stellt sich die Frage, ob dieses Verhalten des BN möglicherweise darin begründet ist, das der weitaus größte Teil der Bevölkerung dieses Projekt positiv sieht?

Wir, die beiden Bürgermeister Beck und Hofmann, erleben jedenfalls täglichen Zuspruch auf unterschiedlichste Weise. Die Menschen geben uns klar zu verstehen, dass wir bzw. die Region diesen Gewerbepark braucht.

Weil das so ist und uns an einer ökologischen Ausrichtung dieses Gewerbeparks ernsthaft gelegen ist, werden wir den BN trotz aller bisher vorgetragenen Fundamentalopposition in Form von vorschneller  
Kritik weiterhin zu Gesprächen einladen. Wir sind überzeugt, dass gerade mit Hilfe des BN etwas Vorzeigbares entstehen könnte, das sich mit der Tourismusregion Fichtelgebirge gut verträgt.

 

 

Thiersheim/Wunsiedel den 17.01.2018

 

 

 

Bernd Hofmann                                              Karl-Willi Beck
Erster Bürgermeister                                   Erster Bürgermeister


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